Geben Sie hier einfach Ihren Namen und E-Mail Adresse an, um benachrichtigt zu werden, sobald eine Antwort zur Frage vorliegt:


Mit folgendem Link können Sie die Frage/Antwort direkt aufrufen:
Es sind 16 Fragen vorhanden:

Seiten (6): « vorherige 1 [2] 3 4 5 nächste » ... letzte »
THEMA: Soziales
01.06.2009
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Hallo Herr Schennach,

ich (46 J) wohne als Oberösterreicher seit 1983 in Köln mit österr. Pass. Österreichs EU-Abgeordnete erscheinen mir von hier aus besonders weit weg. Die aktuelle Finanz und Wirtschaftskrise braucht besonnene Antworten.
Grundsätzlich wähle ich gerne grün. Das würde ich mit gutem Gewissen gerne wieder tun.
Bitte geben Sie mir und meiner Familie einige Argumente, die es mir leichter machen, Ihre Liste 4 zu wählen.
Danke
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers aus Köln/Leonding
05.06.2009
Antwort von Stefan Schennach

Stefan Schennach
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben. Gerade als Parlamentarier, der immer wieder sehr viel international tätig ist, freut es einen, ÖsterreicherInnen im Ausland zu treffen oder von Menschen wie Ihnen kontaktiert zu werden.

Sie machen es mir mit Ihrer Frage alles andere als leicht, denn es gibt so viele Gründe, in Europa auf Grün zu setzen und in Österreich Grün zu wählen.

Die Grünen treten für ein ökologisches Europa ein, das hat schon alleine der Kampf um den Bericht des grünen Abgeordneten Turmes mit den 20:20:20-Zielen unterstrichen. Langfristig muss Europa aus der fossilen Energie und deren Abhängigkeiten herausgeführt werden, um im Sinne regionaler Arbeitsplatz- und Kaufkraftentwicklung sowie im Sinne der Nachhaltigkeit auf erneuerbare Energien zu setzen. Das ist ein wichtiger Teil des Grünen Programms. Die Grünen haben ein Europäisches Wahlprogramm, d.h. alle Grünen verfolgen gemeinsam das Ziel, die Atomkraft zu ächten und ebenso den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Grünen wollen nicht nur die Freiheit der Wirtschaft und des Geldverkehrs sondern auch eine echte Sozialunion Wir bekennen uns dazu und haben maßgeblich an den Grundrechten mitgewirkt, die hoffentlich mit dem Lissaboner Vertrag Wirklichkeit werden. Die Grünen sind für eine solidarische EU auch hinsichtlich interner Lastenverteilungen und des internen Ausgleichs. Aber auch hinsichtlich der Bewältigung von Asylsuchenden und der Migration. Die Grünen sind wahrscheinlich die einzige Partei in Europa, die bereits jetzt schon das enge, verkrustete nationalstaatliche Denken und den Kantönligeist überwunden haben. Die Grünen kämpfen für ein modernes Europa, ein Europa des kulturellen Austausches, der Mobilität, der Innovation und der Forschung sowie ein Europa der Verantwortung, etwa im Nord-Süd-Dialog. Die Grünen kämpfen gegen die größer werdende Einkommensschere zwischen Frauen und Männern. Die Grünen sind ein Garant, dass die europäische Sicherheits- und Aussenpolitik am Dialog orientiert ist und militärische Potentiale eindeutig nachgereiht sind.

Und in Österreich sind die Grünen der Gegenpol zu mehr oder weniger sehr nationalstaatlich bis rechtsradikal orientierten Parteien oder hochbezahlten Selbstdarstellern. Europa ist es wert, es nicht solchen Strömungen zu überlassen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einige Anregungen geben, bei dieser Wahl Grün zu wählen. Sollte die Wahl auf Grün fallen, können Sie auch entscheiden, mir Ihre Vorzugsstimme zu überantworten.

mit herzlichen Grüßen aus Wien
Stefan Schennach
Drucken   E-Mail   Link
Facebook   Twitter
lesenswert (6) Empfehlungen
THEMA: Internationales und EU
31.05.2009
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Schennach,

in der heutigen Pressestunde wurde auch von der Mittelmeerunion gesprochen. Ich habe versucht ein paar brauchbare Informationen dazu zu finden und bin auf Ihren Namen gestoßen. Können Sie mir erklären, welche Zielsetzungen verfolgt die Mittelmeerunion der EU?

Mit herzlichen Grüßen

Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
31.05.2009
Antwort von Stefan Schennach

Stefan Schennach
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Die EuroMediterrane Versammlung ist der Barcelona-Prozess, der unter Romano Prodi ins Laufen kam. Die EMPA ist eine parlamentarische Versammlung im Rahmen dieses Barcelona-Prozesses, in der alle Mittelmeeranrainerstaaten des Nordens und des Südens sowie alle EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament vertreten sind. Es ist quasi die parlamentarische Ebene und die Union für das Mittelmeer, die Frankreich initiiert hatte, ist die Regierungsebene. Die EMPA ist das einzige Parlament, in denen Israelis und Palästinenser gemeinsam arbeiten.
Die Idee ist, dass es keine Festung Europa gibt (die es ohnedies nicht geben kann) sondern dass sich die EU speziell um ihr "Ränder" im Süden (Mittelmeer) und Osten (Östliche Zusammenarbeit) kümmert - im Sinne der Wirtschafts-, Kultur-, Mobilitätsbeziehungen aber auch Bildung, Sicherheit, Migration.
Gerade im Mittelmeer fand über mehrere tausend Jahre ein intensiver Austausch von Waren, Kultur, Religion und nicht zuletzt von Menschen statt. Dieser Raum gilt als ein gemeinsamer Raum zu sehen, denn nur wenn in diesem Raum faire Verteilungen und die Gewissheit von human security gegeben ist, kann auch der EU-Raum sich entwickeln.
Die EMPA ist ein spannendes Parlament, das in 4 Ausschüssen und einem ad-hoc-Ausschuss arbeitet.
Der Vorsitzende dieses ad-hoc-ausschusses für Energie, Umwelt und Wasser wird durch mich wahrgenommmen. Tunesien, Algerien und das Europäische Parlament sind meine Stellvertreter.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, besuchen Sie doch die website der Grünen und finden einen Button, der sie direkt auf die website meines Ausschussvorsitzes führt.

Abschließend: die Europäische Nachbarschaftspolitik ist von enormer Bedeutung für die EU und ihre Entwicklung und es ist mir in den letzten zwei Jahren gelungen, das auch die Nicht-Eu-Staaten Europas Mitglied werden - wie etwa Albanien, Montenegro oder Bosnien und Kroatien. Das ist ein weiterer Schritt der Integration des Westbalkans.
Es darf keine Hinterhöfe geben, wie es die Politik der USA gegenüber Mittelamerika war.
Nur die Partnerschaft macht das Mittelmeer zu einem Binnensee, wie es sich auch geschichtlich immer dargestellt hat. Das ist auch eine Friedensinitiative.

beste Grüße
Stefan Schennach
Drucken   E-Mail   Link
Facebook   Twitter
lesenswert (11) Empfehlungen
THEMA: Finanzen
27.05.2009
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Bundesrat,

ich bin gerade beim Umbauen meines Hauses, weil ich die Heizung erneuere, auf Biomasse umstelle und eine Wärmedämmung machen lasse. Mein Eindruck ist, dass die Förderung der Regierung zu gering ist, da die Kosten von Hauptgeräten sowie Zusatzteilen und Facharbeit doch beträchtlich sind. Welche Maßnahmen setzt die EU zur Förderung erneuerbarer Energien für Endverbraucher und welche Chancen bestehen das Desertec-Projekt zu realisieren?

Mit freundlichen Grüßen

Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
28.05.2009
Antwort von Stefan Schennach

Stefan Schennach
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Gratuliere zu Ihrer Entscheidung der Umstellung Ihres Hauses in Richtung Wärmedämmung und Biomassenutzung. Sie haben damit die richtige Zukunftsentscheidung getroffen.
Nun zu den Kosten: Solche Umstellungen sind keine Frage der EU sondern vielmehr nationaler Förderungsinstrumente. Hier gibt es sowohl seitens des Bundes, vor allem aber auch von den Ländern und den Gemeinden wie Städten unterschiedlich hochdotierte Förderungsmittel. Der politische Wille zählt, daher ist hier das Bundesland Oberösterreich unter der Amtsführung des Grünen Landesrates Rudi Anschober einen beispielhaften Weg gegangen. Oberösterreich gilt daher als ein Musterland und der ÖKO-Cluster in Oberösterreich ist geradezu beispielhaft.
Prinzipiell gilt die Rechnung, dass sich Ihre Kosten in 10 bis 15 Jahren amortisieren, d.h. rechnen werden. Daher: Sie haben die richtige Entscheidung getroffen und in absehbarer Zeit werden sich Ihre Energiekosten deutlich senken.
Die EU muss prinzipiell die Rahmenbedingungen vornehmen, die erneuerbaren Energien als Leitbild der Energieversorgung in Europa forcieren.

Desertec - the clean power from the desert - also durch großflächige Solarkraftwerke saubere Energie im eigenen Land und für den Export zu nutzen - dahin soll die Kooperation der euromediterranen Nachbarschaftspolitik führen. Ich selbst bin Vorsitzender jenes Ausschusses, der die Umsetzung von Desertec und die Implementierung des mediterranen Solarplans forciert. Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in den nächsten Jahren einen großen Schritt weiterkommen. Mein Bemühen ist es, nicht nur das Bewußtsein und die Akzeptanz zu erhöhen, sondern auch die Umsetzung zu forcieren.

mit herzlichen Grüßen
Stefan Schennach
Drucken   E-Mail   Link
Facebook   Twitter
lesenswert (7) Empfehlungen
Seiten (6): « vorherige 1 [2] 3 4 5 nächste » ... letzte »