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THEMA: Gesundheit und Sport
19.02.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Schennach,
sie haben am 25.01.2013 darüber berichtet, dass auf EU-Ebene die Bescheidung von Jungen aus religiösen und kuturellen Gründen verboten werden sollte. Das Gesetz bzw. die Empfehlung ist zwischenzeitlich verabschiedet worden. Anscheinend aber interessiert ihre Empfehlung in Österreich niemand.
Welche Schritte werden sie unternehmen, damit diese Empfehlung in Österreich umgesetzt wird.
Bislang ist es ja so, dass religiös motivierte Beschneidungen an Jungen in Österreich straffrei ist, das wurde im Sommer 2012 von allen Parteien einstimmig beschlossen. Oder ist aber die Arbeit des Europarates nur eine Alibi-Aktion?

Danke vorab für ihre Antwort,
mit freundlichen Grüssen
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
20.02.2014
Antwort von Stefan Schennach

Stefan Schennach
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Der Europarat (nicht das Europäische Parlament) hat die physische Integrität von Kindern mit großer Mehrheit verabschiedet. Dies enthält sowohl die Beschneidung von Mädchen wie auch die Beschneidung von Knaben, aber auch Schönheitsoperationen in Kindesalter oder die frühe Bestimmung eines Geschlechts bei Bigeschlechtlichkeit, wie es meist unmittelbar nach der Geburt geschieht.
Sie sprechen die Beschneidung von Knaben aus religiösen oder kulturellen Gründen an, zweifelsohne der kritischste Punkt im Rahmen des Beschlusses über die physische Integrität von Kindern.
Hier müssen wir nun eine Diskussion starten und vor allem die Rechte der Kinder über religiöse Rechte stellen. Ich selbst hatte in Österreich nach der Beschlussfassung zum Beispiel Gespräch mit der Israelischen Kultusgemeinde (die dieser Beschlussfassung gänzlich ablehnend gegenüber steht) als auch mit Vertretern der Muslime.
Das wird nun eine lange Debatte werden, auch die Ächtung der Beschneidung von Mädchen bzw. jungen Frauen konnte international nicht aufgrund eines Beschlusses geächtet werden. Aber wir müssen uns hinsichtlich der Knaben dieser Diskussion in Europa nun stellen. Ich werde meinen Teil dazu beitragen, immerhin habe ich im Ausschuss und im Plenum für diesen Beschluss gestimmt.
Mittlerweilen schreiben mir viele Betroffene, aus österreich und Deutschland, die ihre eigene Geschichte darstellen und dankbar sind, dass dieses "heisse Eisen" endlich angegriffen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Bundesrat Stefan Schennach
Mitglied des Europarates
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