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Es ist 1 Frage vorhanden:

THEMA: Wissenschaft und Universitäten
27.03.2009
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrte Frau Ablinger!
Zum Thema "Lehrer" zeigte mir die Suchmaschine hier (standard.at) Ihren Namen. Darf ich Sie daher fragen:
Wollen Sie dem Gesetz mit den 2 Stunden zusätzlich für Lehrer von Fr. BM Schmied zustimmen oder verstehen Sie die Bedenken der Lehrer/-innen und würden diese Änderung ablehnen?

mfg E. Vorname des Fragestellers
27.03.2009
Antwort von Sonja Ablinger

Sonja Ablinger
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Gleich vorweg, ja, ich verstehe die Bedenken der Lehrer und Lehrerinnen aus mehreren Gründen:

Wenn die gleichbleibende Anzahl von Unterrichtsstunden von weniger LehrerInnen unterrichtet wird, sind Bedenken über mögliche Nicht-Vertragsverlängerungen von JunglehrerInnen angebracht.
Die Vorgangsweise vonseiten des Ministeriums war sehr unglücklich gewählt und hat nicht zur Motivation beigetragen. Was auch immer der Hintergrund für diese Vorgangsweise war, bei den meisten KollegInnen kam die Botschaft an, sie würden zu wenig arbeiten und hätten ohnehin zu viel Ferien. Keine Berufsgruppe lässt sich das medial ausrichten.

Ich habe mit meinen KollegInnen an der Schule (an der ich unterrichte) viel diskutiert: die große Mehrheit wäre zu einer höheren Unterrichtsverpflichtung bereit, wenn die Mehrstunden an der Schule bleiben würden. Es gäbe viel Bedarf für Mediation, Teamteaching in schwierigen Klassen, Legasthenie-Training, Sozialstunden, Unverbindliche Übungen wie Schauspiel, Rhetorik, Präsentation, u.ä. Daran ist aber nach den Plänen des Unterrichtsministeriums nicht gedacht.

Viele Eltern sind fälschlicherweise der Meinung, dass ihre Kinder nun mehr Unterricht erhalten, das ist - nach bisheriger Sachlage - nicht der Fall. Die Stundentafel bleibt unverändert. Die Stundenkürzungen, die unter Ministerin Gehrer vorgenommen wurden, werden ja nicht zurückgenommen.

Ich habe gemeinsam mit meinen KlubkollegInnen diese Bedenken mehrmals in die Diskussion eingebracht und hoffe sehr, dass in den Verhandlungen sinnvolle Kompromisse erzielt werden können, die für alle annehmbar und nicht verordnet werden. Vor allem wäre das Finanzministerium gefordert, jene Geldmittel zur Verfügung zu stellen, die die Schule laut geltendem Gesetz (die Reformen für kleinere Klassen, Sprachförderung etc. sind mit August 2008 in Kraft getreten) benötigt.

Wir brauchen einen konstruktiven, auch streitbaren Dialog, der von gegenseitigem Respekt getragen ist. Darauf setze ich in den nächsten Wochen.

Herzliche Grüße

Sonja Ablinger
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