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Thema: Frauen und Gleichberechtigung

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Es ist 1 Frage vorhanden:

THEMA: Frauen und Gleichberechtigung
23.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Prof. van der Bellen

Sie setzen sich für die Homoehe ein und eine Gleichstellung der Rechte dieser.

Dazu habe ich eine Frage,
Sind Sie auch dafür,dass Homopaare Kinder adoptieren dürfen?
Ich finde dies wäre kein guter Weg,da die Anliegen der Kinder nicht berücksichtigt werden.

Möglicherweise ist es dem Kleinkind egal,ABER was wenn das Kind älter wird?Ich glaube nicht,dass sich dieses Kind so einfach dieser Situation anpassen kann zwei gleichgeschlächtliche Elternteile zu haben!

Ich habe noch eine kurze Frage zum Thema Europa.

Warum unterstützen die Grünen den Antrag der FPÖ für Volksabstimmungen vor Änderungen der EU nicht?

Schöne Grüße aus dem Südburgenland(Pinkafeld),
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
16Jahre
26.09.2008
Antwort von Alexander Van der Bellen

Alexander Van der Bellen
Lieber Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers,

vielen Dank für Deine Fragen vom 23.9.2008. Wie Du zu Recht schreibst, setzen sich die Grünen für die Gleichstellung l(i)ebender Menschen ein, weil es ein grundlegendes Menschenrecht ist. Die Frage, ob auch gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen sollen, hat zum Teil heftige Diskussionen ausgelöst. Tatsächlich wachsen heute in Österreich, wie auch in anderen Ländern Kinder zunehmend in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften auf. Überwiegend handelt es sich um Kinder, die aus einer vorangegangenen heterosexuellen Partnerschaft des leiblichen Elternteils stammen. Zum Teil wachsen aber auch fremde Kinder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft auf, d. h. solche, deren Elternteil nicht einer der beiden Partner ist. So kann ein Partner allein ein Kind adoptiert haben oder es können Pflegekinder bei einem homosexuellen Paar leben. Daneben haben viele Paare den Wunsch nach einem Leben mit Kindern. Unerfüllter Kinderwunsch ist nicht nur für Paare verschiedenen Geschlechts, sondern ebenso für gleichgeschlechtliche Paare psychisch sehr belastend.

Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage, ob eine Adoption durch Paare gleichen Geschlechts zugelassen werden sollte. Zum einen geht es dabei um die Möglichkeit der Annahme des Kindes des Partners, also eine sogenannte Stiefkindadoption, zum anderen um die Adoption fremder Kinder. Es ist also Realität. Was die Grünen fordern ist nichts anderes als die gesetzliche Absicherung! Zu deiner anderen Frage: Es gibt gesellschaftliche Vorurteile und Klischees gegenüber gleichgeschlechtlichen Eltern, die es zu überwinden gilt. Ein Vorurteil, das sich in der Gesellschaft hartnäckig hält, ist, dass Kinder nur dann gut aufwachsen können, wenn sie einen Vater und eine Mutter haben. ExpertInnen betonen jedoch, dass das nicht stimmt, weil es lediglich wichtig ist, dass das Kind zwei Beziehungs- und Ansprechpersonen hat. Für die Entwicklung einer positiven Geschlechtsidentität braucht es nicht unbedingt Eltern beiderlei Geschlechts. Was zählt ist, dass das Kind die nötige Liebe bekommt und in einer vertrauensvollen, sicheren Umgebung aufwachsen kann. Und vielen Kindern mit Vater und Mutter fällt es auch nicht leicht über ihre Familie zu sprechen, weil es Probleme wie Scheidung, Alkoholismus usw. gibt. Wichtig ist also immer nur, dass die Kinder in einer liebevollen Familie aufwachsen. Abgesehen davon: je mehr Menschen ihre Vorurteile ablegen, desto leichter und selbstverständlicher wird es für die Kinder über ihre Familien - auch wenn die Eltern ein Homopaar sind - zu sprechen!

Zu Deiner anderen Frage: Die Grünen sind immer für eine Volksabstimmung des zuständigen Volkes eingetreten, das heißt der gesamten europäischen Bevölkerung. Bei wesentlichen Vertragsänderungen, die die EU betreffen, soll daher am gleichen Tag in allen 27 Staaten eine Volksab- stimmung stattfinden. Nationale Volksabstimmungen lehnen wir ab, daher auch den Antrag der FPÖ.

Mit besten Grüßen

A. Van der Bellen
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