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Tag: Tierfuttermittel

Es sind 3 Fragen vorhanden:

THEMA: Land- und Forstwirtschaft
06.08.2013
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
S.g.Hr.Faymann,
Frage : Lebensmittel werden ständig teurer,aber wenn man schaut werden Tausende Tonnen in Biogasanlagen geschüttet.
z.B.:Mais, Gras,...
Da haben die Kühe von Bauern (insbesonders Bergbauern) kein Futter aber die Biogasanlagen werden gefüttert.Natürlich auch mit Förderungen!!!
Wie passt das zusammen?
mfg.P.J
08.08.2013
Antwort von Werner Faymann

Werner Faymann
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Die starke Teuerung von Lebensmitteln in den letzten Jahren hat mehrere Ursachen. Neben der von Ihnen angesprochenen Verwendung von Lebensmitteln für die Energiegewinnung, spielen etwa auch Spekulationen mit Rohstoffen oder Preiskartelle eine Rolle. Dennoch haben Sie Recht: Die Weltbank geht beispielsweise davon aus, dass die Verwendung von Lebensmitteln zur Treibstoffgewinnung die Lebensmittelpreise weltweit um 70 - 80 Prozent erhöht hat. Die SPÖ spricht sich daher gegen die Einführung des Biokraftstoffes E10 aus. Wie Sie sich vielleicht erinnern, wollte Umweltminister Nikolaus Berlakovich diesen Treibstoff in Österreich 2012 einführen, ist jedoch am Widerstand der SPÖ gescheitert. Denn für uns ist klar: Lebenmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank!

Dieses Prinzip gilt natürlich auch bei den von Ihnen angesprochenen Biogasanlagen, welche zur Stromerzeugung genützt werden. Diese werden zwar auf Basis des Ökostromgesetzes gefördert, doch hat die SPÖ in den entsprechenden Verhandlungen stets darauf gedrängt vor allem rohstoffunabhängige Technologien, wie beispielsweise Wind- und Wasserkraft in den Vordergrund zu stellen und die Förderung für Biogasanlagen zu begrenzen. Dieser Linie werden wir auch weiterhin treu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Faymann
SPÖ-Bundesparteivorsitzender und Bundeskanzler
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THEMA: Land- und Forstwirtschaft
30.05.2011
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
lieber herr pirklhuber,

der entwicklung in der landwirtschaft, besonders im bereich der gvo's, sehe ich mit besorgnis entgegen. ich habe gehört, dass das eu parlament in diesem frühjahr firmen wie monsanto die tore nach europa geöffnet hat. stimmt das? dürfen gentechnisch veränderte nahrungsmittel und futtermittel in europa angebaut, vertrieben und verkauft werden? unterliegen diese lebensmittel im verkauf einer besonderen kennzeichnung?

in einem zeitungsartikel las ich dann, dass die österreichische landwirtschaftskammer befürworter für gentechnisch verändertes futtermittel ist. als begründung wurde angegeben, dass sich die mastbauern dadurch in der aufzucht eines schweines beispielsweise 2 euro einsparen könnten. stimmen diese zahlen? und stimmt diese behauptung? wenn ja, dann finde ich das ehrlich gesagt einen wahnsinn!

vielen dank für ihre mühe :)
herzliche grüsse aus tirol
dani
31.05.2011
Antwort von Wolfgang Pirklhuber

Wolfgang Pirklhuber
Liebe Vorname des Fragestellers,

Grundsätzlich ist es so, dass die EU den Import von GVO-Futtermitteln aus den USA und anderen Gentechnik-Anbauländern derzeit auf Basis folgender gesetzlicher Grundlagen regelt:

Verordnung 1829/2003: Darunter fallen Lebensmittel, Zutaten, Zusatzstoffe und Aromen,

* die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind (Beispiele: Mais, Kartoffel, Tomate) oder solche enthalten (Beispiel: Joghurt mit gv-Milchsäurebakterien),
* die aus GVOs stammen oder daraus hergestellt sind, unabhängig davon, ob der jeweilige GVO noch im Lebensmittel nachweisbar ist (Beispiele: Tomatenketchup, Maisstärke, Sojaöl, Sojalecithin oder Zucker aus gentechnisch veränderten Pflanzen),
* die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert werden - sofern diese noch im Lebensmittel vorhanden sind (Beispiel: Würze aus gentechnisch veränderter Hefe).

Für Futtermittel und Futtermittelzusätze gelten im Kern die gleichen Bestimmungen wie für Lebensmittel. Um zugelassen zu werden, müssen GVO-Lebens- und Futtermittel die gleichen Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Futtermittel werden ähnlich gekennzeichnet wie Lebensmittel. Die Kennzeichnung wendet sich an Landwirte bzw. die Abnehmer von Futtermitteln. Alle Produkte, die mehr als 0,9% GVO enthalten sind zu kennzeichnen. Ausgenommen sind Produkte von Tieren, die mit GVOs gefüttert wurden (z.B. Milch, Fleisch, Eier)

Für alle Lebens- und Futtermittel, die unter die Verordnung fallen, gibt es ein einheitliches, EU-weites Zulassungsverfahren. Es besteht im wesentlichen aus zwei Phasen:

1) Wissenschaftliche Bewertung der Sicherheit durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Basis sind die Antragsunterlagen mit Daten und Untersuchungen des Herstellers.
2) Entscheidung über die Zulassung durch die EU-Kommission und den ständigen Lebensmittelausschuss, in dem die Mitgliedstaaten vertreten sind.

GVO-Produkte, die für den Import zugelassen sind, sind damit nicht automatisch auch für den Anbau zugelassen. Die meisten Importprodukte gehen in die Futtermittelschiene. Derzeit sind für den Anbau vor allem Bt-Mais (Sorte MON 810 und T25) sowie die Kartoffelsorte AMFLORA zugelassen, weitere sind in der Pipeline.

Die Landwirtschaftskammer hat mit dem Argument der Mehrkosten zwar recht - allerdings sind 2 € Mehrkosten bei einem ausgewachsenen Mastschwein mit einem Schlachtkörpergewicht von ca. 100 kg - genau 2 cent Mehrkosten für 1 kg Schweinefleisch für den Konsumenten. Das sollte die Gentechnikfreiheit mindestens wert sein!

Unsere Kritik richtet sich jedoch grundsätzlich gegen die Agro-Gentechnik, die viele Risiken in sich birgt und defacto keinen wirklichen Nutzen bringt. Die Zulassungspraxis der EFSA ist daher unverantwortlich und widerspricht dem Vorsorgeprinzip. Weitere Infos findest Du auch auf meiner Homepage http://www.pirklhuber.at

Ich hoffe Dir damit einigermaßen einen Überblick gegeben zu haben!

Mit gentechnikfreien Grüßen,

Wolfgang Pirklhuber
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THEMA: Konsumentenschutz
30.05.2011
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
lieber herr dolinschek,

ich habe gehört, dass es mitlerweile auch in österreich erlaubt ist, masttiere mit gentechnisch veränderten lebensmitteln (vorallem soja) zu füttern. muss dieses fleisch in österreich gekennzeichnet werden?

in einem zeitungsartikel habe ich gelesen, dass sich die landwirtschaftskammer dafür stark gemacht hat, dass auch österreichische mastbauern endlich gentechnisch verändertes futtermittel verwenden dürfen, mit der begründung, dass sich bauern dadurch bei der grosszucht eines schweines 2 euro pro schwein einsparen und dadurch wettbewerbsfähig bleiben.

können sie mir sagen, ob diese zahlen stimmen?

vielen dank für die mühe und liebe grüsse aus tirol!

dani
14.06.2011
Antwort von Sigisbert Dolinschek

Sigisbert Dolinschek
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers, liebe Vorname des Fragestellers!

Die Verordnung 1829/2003 bildet die gesetzliche Grundlage für den Import von GVO-Futtermitteln. Grundsätzlich müssen alle Produkte, die mehr als 0,9% GVO (gentechnisch veränderte Organismen) enthalten, gekennzeichnet werden. Produkte von Tieren (Eier, Milch, Fleisch), die mit GVO gefüttert wurden, sind davon ausgenommen und stellen unserer Meinung nach eine Transparenzlücke dar. Diesbezüglich gab es bereits einige Initiativen des BZÖ, welche leider seitens der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP niedergestimmt wurden. Die von Ihnen angesprochene Ersparnis von 2 Euro pro GVO-Mast-Schwein klingt durchaus nachvollziehbar. Hochgerechnet auf das Körpergewicht des Tiers bedeutet dies aber lediglich einen Preisunterschied von wenigen Cent pro Kilo Schweinefleisch. Wichtig ist es, dem Konsumenten die Wahlfreiheit bezüglich seines Kaufes zu lassen. Hierzu ist eine aussagekräftige, aber leicht verständliche Kennzeichnung notwendig.

Mit freundlichen Grüßen

Sigisbert Dolinschek
Abgeordneter Zum Nationalrat
Vorsitzender des Konsumentenschutzausschusses
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